November Bericht 2025

Zwischen Herausforderung und Hoffnung

Liebe Freunde, Sponsoren und für FONMEH Engagierte,
das Jahr 2025 war eines der herausforderndsten für Haiti – und damit auch für unsere Arbeit: Politische Instabilität, wirtschaftliche Unsicherheit, eine Inflation von fast 30 Prozent … und erneut ein Hurrikan, der schlimmste Verwüstungen und Überflutungen gebracht hat, haben das Land schwer erschüttert.
In dieser Zeit wird unsere Unterstützung dringender denn je gebraucht. Gleichzeitig steigt damit unser finanzieller Bedarf erheblich. Dieser Bericht fasst zusammen, was wir erlebt haben, wo wir stehen und welche Aufgaben noch vor uns liegen.

Reisebericht Haiti

Am 19. Oktober flogen wir – drei Unterstützer aus der Schweiz und ich – nach Haiti. Unsere Ziel waren: die Projekte prüfen, Gespräche führen und wichtige Entscheidungen für das kommende Jahr vorbereiten. Wir besuchten das Mädchen- und das Jungenhaus, das Waisenhaus und das Gymnasium der Kinder, die Nähwerkstatt und mehrere Studierende sowie Mitarbeitende und ehemalige Heimkinder. Nach nur vier Tagen mussten wir jedoch unseren Aufenthalt abbrechen, weil sich Hurrikan Melissa mit großer Geschwindigkeit auf die Karibik zubewegte. Die Entscheidung zur Rückreise fiel uns schwer, war aber
notwendig und erwies sich im Nachhinein als richtig.


Hurrikan Melissa – verheerend für Haiti
Hurrikan Melissa erreichte in Haiti Windgeschwindigkeiten von über 120 km/h und in Jamaika um 300 km/h; er wurde von Experten stärker als Hurrikan Katrina eingestuft. In Haiti mussten über 900 Familien ihre Häuser verlassen und mehr als 3.650 Menschen in staatlichen Notunterkünften Schutz suchen. Im Süden des Landes
wurden Schulen geschlossen und zu Notlagern umfunktioniert. Der gesamte Süden hatte Alarmstufe Rot, weitere Regionen wie West, Artibonite und Nordwest Warnstufe Orange. Tragischerweise hat der Hurrikan in Haiti rund 50 Menschenleben gefordert, darunter zehn Kinder, die durch Erdrutsche, Überschwemmungen und umstürzende Bäume ums Leben kamen. Die Zerstörung ist groß und wird das Land noch lange belasten.


Ein persönlicher Schicksalsschlag: Maylandes Tod
Neben der Naturkatastrophe mussten wir einen besonders schmerzlichen Verlust verkraften: Maylande Altema, die in unserem Waisenhaus aufgewachsen war – sie hatte FONMEH 2022 auf eigenen Wunsch verlassen, weil sie sich nach mehr Freiheit sehnte – verstarb am 30. Oktober im Alter von nur 23 Jahren nach der Geburt ihres Kindes. Ihre schwierige Lebenssituation, fehlende familiäre Unterstützung und mangelnde medizinische Versorgung führten zu dieser Tragödie, die uns tief erschüttert hat. Leider konnten wir nicht eingreifen, weil Maylande alles selbst bewältigen wollte und uns nicht informiert hat. Doch ihr Baby überlebte! Und weil weder Verwandte noch der mutmaßliche Vater Verantwortung übernehmen wollen, wird FONMEH das Kind aufnehmen und langfristig versorgen. Daraus ergaben sich zwei Aufgaben: Maylandes Beerdigung, deren Kosten bei etwa 2.500 USD liegen, und die Versorgung des Neugeborenen.

Bildung – unsere Studierenden 2025
Noch nie hatten wir so viele Studierende wie in diesem Jahr. Zwölf Kinder haben ihre Abiturprüfung abgelegt: 9 haben sofort bestanden, 3 werden die Prüfung wiederholen. Dies erfüllt uns mit großer Freude und wir sind stolz auf sie, aber es bedeutet auch eine erhebliche finanzielle Verantwortung! Unsere Jugendlichen, die heuer ins Uni-Studium gestartet sind: Charles Cherline, Pierre W. Guile und Chery Roodly (alle drei Administration/BWL), Rebecca Bedlina (Medizin), Rolin Pierre (Informatik), C. Kensly (Agronomie), Theodat Claude und Simon A. Moïse (Bauingenieurwesen), Martial A. (Jura).

„Bildung ist der sicherste Weg aus der Armut“ …
… doch sie ist in Haiti sehr kostenintensiv.

Finanzielle Lage – Belastung und Realität 2025
Finanziell hat unser Verein eines der anspruchsvollsten Jahre bewältigt. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  1. steigen mit der erfreulichen Anzahl von Studierenden unsere laufenden Kosten erheblich: für Studiengebühren, Materialien, Transport, Miete, medizinische Versorgung.
  2. erleben wir in Haiti eine Inflation von über 30 Prozent, die nahezu alle Bereiche des Lebens betrifft: Lebensmittel, Transport, Medikamente, Kleidung, Schulmaterialien und Baukosten. Was früher noch
    100 USD kostete, kostet heute bis zu 150 Dollar.
  3. versuchen wir längst, die Personalkosten zu reduzieren – doch die Grundversorgung der Kinder und
    Jugendlichen, medizinische Notfälle und sinnvolle Bildung erfordern nun mal verstärkte Betreuung
    und verursachen regelmäßig wiederkehrende Kosten.
  4. belasten die Folgen unvorhersehbarer Naturereignisse wie Hurrikans (aktuell die Reparaturen nach Hurrikan Melissa) und Überschwemmungen sowie menschliche Schicksale (heuer Maylandes Beerdigung und die Versorgung ihres Babys) unser Budget zusätzlich.

Dringender Unterstützungsbedarf
Um unsere Arbeit sicher fortführen zu können, benötigen wir aktuell und langfristig besondere Unterstützung für:

  • die Beerdigung von Maylande (bereits bezahlt),
  • die Versorgung des Neugeborenen,
  • Studiengebühren und Lebensunterhalt der Studierenden,
  • Lebensmittel, Medikamente und Transport,
  • Instandsetzungen nach dem Hurrikan sowie
  • das Anlegen eines Notfallfonds für künftige akute
  • Krisenfälle.

Jeder Beitrag hilft unmittelbar und nachhaltig.

Dank und hoffnungsvoller Ausblick

Dieses Jahr hat uns gezeigt, wie verletzlich die Balance des Lebens in Haiti ist und wie groß die Bedeutung
unserer Arbeit für die Kinder und Jugendlichen bleibt. Dank euch können wir Leben retten und Perspektiven
schaffen, einigen jungen Menschen Hoffnung geben. Ihr seid ein unverzichtbarer Teil dieser Mission – und
wir danken euch von Herzen für eure Treue, euer Vertrauen und eure Unterstützung.
Wir werden euch weiterhin über die Entwicklungen, die Situation des Babys und die Fortschritte unserer
Studierenden auf dem Laufenden halten.
Jetzt wünschen wir Ihnen/euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit – und denkt daran:
Geteilte Freude ist doppelte Freude!

Mit herzlichen Grüßen,
auch im Namen unseres gesamten Teams

Ihr/euer
Mondi

Mondi Benoit
Vorsitzender FONMEH e.V.
Ringstr. 20 A . 86836 Klosterlechfeld . Tel. 0176 3461 0157

Wir freuen uns über Ihre Spende!
FONMEH e. V.
IBAN: DE77 7606 1482 0000 3777 08
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Verwendungszweck: Waisenheim Haiti